Biographie

(c) Manfred Paul

Sie geht einfach auf die Bühne und lässt ihre Figuren strahlen – das ist faszinierend zu sehen, weil sie immer überrascht und ihre Figuren immer lebendig sind. Und dann kann sie auch noch so toll singen.

Sylvester Groth, Schauspieler

Sie singt, sie tanzt, sie spielt sich die Seele aus dem Leib! Ob als Schauspielerin oder Sängerin – Dagmar Manzel entwickelt eine Sogkraft, der man sich nicht entziehen kann. Wie kaum eine Schauspielerin schafft sie es, sich jede Rolle chamäleongleich anzueignen, ist mal rotzfreche Göre, mal Dame von Welt und spielt dabei nie eine Rolle; sie ist immer die Figur, die sie auf der Bühne verkörpert. Davon zeugen viele Auszeichnungen, zum Beispiel der Adolf-Grimme- Preis, die Auszeichnung zur Schauspielerin des Jahres der Fachzeitschrift »Theater heute«, der Deutsche Fernsehpreis, der Deutsche Schauspielerpreis, der Deutsche Hörbuchpreis und der Deutsche Filmpreis.

18 Jahre lang war die Berlinerin eines der prägenden Gesichter des Deutschen Theaters in Berlin. Hier hat sie auch Ihre Singstimme entdeckt und feiert seitdem in zahlreichen Operetten- und Musicalproduktionen an der Komischen Oper Berlin und an anderen Musikbühnen des Landes große Erfolge. Daneben präsentiert die großartige Schauspielerin und hinreißende Entertainerin Solokonzerte, dreht für Film und Fernsehen (unter anderem als Kommissarin im Franken-Tatort) oder liest Hörbücher ein. Im Frühjahr 2017 ist ihre Autobiografie „MENSCHENsKIND“ im Aufbau-Verlag erschienen in der sie dem Filmjournalisten Knut Elstermann über ihr Künstlerleben Auskunft gibt.

Theater

Es mag abgegriffen klingen, wenn man sagt, da überschreitet jemand beim Spielen Grenzen. Doch bei Dagmar stimmt das, sie geht viel weiter, als sie müsste, weil die Leute doch oft mit Mittelmäßigem zufrieden sind. Aber Dagmar spielt jedes Mal um ihr Leben.

Christian Schwuchow, Regisseur

In Berlin geboren, gehört die Absolventin der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Von 1980 bis 1983 war sie am Staatsschauspiel Dresden engagiert, von 1983 bis 2001 gehörte sie dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an. Seither ist sie freiberuflich als Schauspielerin und Sängerin tätig.

Im Moment steht sie mit Ulrich Matthes wieder auf der Bühne des Deutschen Theaters. Das Zweipersonenstück »Gift« ist dort umjubelt und immer ausverkauft. Genauso wie die Vorstellungen von Samuel Beckets »Glückliche Tage« die seit April 2017 auf dem Spielplan stehen.

Anatevka Musical von Jerry Bock, Musikalische Leitung: Koen Schoots, Regie: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin, 2017

»Glückliche Tage« Beckett, 2017, Regie:Christian Schwochow, Deutsches Theater

Die Perlen der Cleopatra Operette von Oscar Strauss, Musikalische Leitung: Adam Benswi, Inszenierung: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin, 2016

Agota? Die Analphabetin Melodram von Helmut Oehring für Dagmar Manzel und das Ensemble Moderne, Uraufführung Staatstheater Wiesbaden, 2016

Recitel Theatro Real, Madrid, 2016

Eine Frau, die weiß, was ich will! Oscar Straus, Regie: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin, 2015

»MENSCHENsKIND« Dagmar Manzel singt Friedrich Holländer

Komische Oper Berlin, 2014

»Gift« Lot Vekemans, Regie: Christian Schwochow, Deutsches Theater Berlin, 2014

»Ball im Savoy« Abraham, 2013, Regie: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin

»SiebenSongs/Die sieben Todsünden« Weill, 2012, Regie: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin

»Cassandra« 2012, Theater Rigiblick Zürich

»Eisler Konzert« 2012, Gendarmenmarkt Berlin

»Endstation Sehnsucht« Williams, 2011, Regie: Thomas Langhoff, Berliner Ensemble

»Offenbach und andere Sterne« 2011, Schloss Moritzburg

»Der Philharmonische Salon« 2011

»Irgendwo auf der Welt« 2011, Eröffnungskonzert Jüdische Kulturtage

»Neujahrskonzert« 2011, Komische Oper Berlin

»Im Weißen Rößl« Benatzky/Müller/Charell, 2010, Regie: Sebastian Baumgarten, Komische Oper Berlin

»Eisler Konzert« 2010, Cité de la musique, Paris

»Der Philharmionische Salon« 2009

»Kiss me, Kate« Porter, 2008, Regie: Barrie Kosky, Komische Oper Berlin

»La Périchole« Offenbach, 2008, Regie: Thomas Schulte-Michels, Berliner Ensemble

»Die Fledermaus« Strauß, 2007, Hans-Otto-Theater Potsdam

»Der Kirschgarten« Tschechow, 2006, Regie: Barbara Frey, Deutsches Theater Berlin

»Neujahrskonzert« 2006, Komische Oper Berlin

»Totentanz« Ibsen, 2006, Regie: Thomas Langhoff, Berliner Ensemble

»Klotz am Bein« Feydeau, 2005, Regie: Thomas Schulte-Michels, Deutsches Theater Berlin

»Ariadne auf Naxos« Benda, 2005, Edinburgh International Festival

»Sweeney Todd« Wheeler/Sondheim, 2004, Regie: Bond/Schoots, Komische Oper Berlin

»Tag der Gnade« LaBute, 2003, Regie: Thomas Schulte-Michels, Deutsches Theater Berlin

»Die Großherzogin von Gerolstein« Offenbach/Halévy, 2002, Regie: Thomas Schulte-Michels, Deutsches Theater Berlin

»Unerwartete Rückkehr« Strauß, 2002, Regie: Luc Bondy, Berliner Ensemble

»Der Philharmonische Salon« Proust, 2001

»Traum im Herbst« Fosse, 2001, Regie: Luc Perceval, Münchner Kammerspiele

»Ich bin ein Wesen leichter Art« 2000, Liederabend, Deutsches Theater Berlin

»Die Trachinierinnen« Brasch, 1999, Regie: Matthias Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Wie man Hasen jagt« Feydeau, 1998, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Ithaka« Strauß, 1997, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Onkel Wanja« Tschechow, 1995, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Krimhilds Rache« Hebbel, 1994, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Eine Sehnsucht ganz egal wonach« 1994, Liederabend, Deutsches Theater Berlin

»Das Gleichgewicht« Strauß, 1994, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Amphitryon« Kleist. 1993, Regie: Jürgen Gosch, Deutsches Theater Berlin

»Nebbich« Sternheim, 1993, Regie: Niels Peter Rudolph, Deutsches Theater Berlin

»Cid« Corneille, 1993, Regie: Alex Lang, Deutsches Theater Berlin

»Wesele« Wyspianski, 1992/93, Regie: Andrzej Wajda, Landestheater Salzburg

»Käthchen von Heilbronn« Kleist, 1992, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Die Perser« Aischylos, 1991, Regie: Christof Nel, Freie Volksbühne

»Quartett« Müller, 1990, Regie: Heiner Müller, Deutsches Theater Berlin

»Hamlet/Hamletmaschine« Müller, 1990, Regie: Heiner Müller, Deutsches Theater Berlin

»Der Wunderheiler« Friel, 1989, Regie: Carlos Medina, Deutsches Theater Berlin

»Offene Zweierbeziehung« Fo, 1988, Regie: Carlos Medina, Deutsches Theater Berlin

»Antonia Faust ins offene Messer« Boal, 1988, Regie: Carlos Medina, Deutsches Theater Berlin

»Die echten Sedmunds« Barlach, 1988, Regie: Rolf Winkelgrund, Deutsches Theater Berlin

»Paris, Paris« Bulgakow, 1988, Regie: Frank Castorf, Deutsches Theater Berlin

»Emilia Galotti« Lessing, 1987, Regie: Micha Jurgons, Deutsches Theater Berlin

»Die Fliegen« Sartre, 1987, Regie: Friedo Solter, Deutsches Theater Berlin

»Der Kaufmann von Venedig« Shakespeare, 1985, Regie: Thomas Langhoff, Deutsches Theater Berlin

»Leben ist Traum« Caöderon, 1985, Regie: Frido Solter, Deutsches Theater Berlin

»Der Kirschgarten« Tschechow, 1984, Regie: Frido Solter, Deutsches Theater Berlin

»Don Carlos« Schiller, 1982, Regie: Frido Solter, Deutsches Theater Berlin

»Kikiriki« O’Casey, 1982, Regie: Gerd Jurgons

»Das Schwitzbad« Majakowski, 1982, Regie: Horst Schönemann, Staatsschauspiel Dresden

»Maria Stuart« Schiller, 1981, Regie: Wolfgang Engel, Staatsschauspiel Dresden

»Dantons Tod« Büchner, 1981, Regie: W. Engel, Staatstheater Dresden

»Wie es Euch gefällt« Shakespeare, 1981, Regie: H. Schönemann, Staatstheater Dresden

»Jutta und die Kinder von Damutz« Bez, 1980, Regie: H. Schönemann, Staatsschauspiel Dresden

»Der Urfaust« Goethe, 1979, Regie: Thomas Langhoff, Studioinszenierung 3. Stock Volksbühne

Stand September 2017

Film und Fernsehen

In Film und Fernsehen spielte sie u. a. in »Coming out« von Heiner Carow und in Helmut Dietls »Schtonk«, 1997/98 drehte sie den Dreiteiler »Der Laden«, für den das Darstellerteam den Grimme-Preis in Gold erhielt. In der Serie »Klemperer – Ein Leben in Deutschland« spielte Dagmar Manzel die Frau des jüdischen Professors Klemperer (ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis 2000). Für ihre Rolle in dem Fernsehfilm »Leben wäre schön« von Kai Wessel bekam sie 2004 den Adolf-Grimme- Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Für ihre Rollen in den Filmen »Nachrichten« von Matti Geschonneck und »Als der Fremde kam« von Andreas Kleinert wurde sie 2006 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. In dem Kinofilm »Frei nach Plan« von Franziska Meletzky war sie in der Rolle der Rocksängerin Anne zu sehen und erhielt auf dem Internationalen Filmfestival in Shanghai den Preis als beste Darstellerin.

Zu ihren neuesten Arbeiten für das Kino zählen »Die Unsichtbare« (2010, Regie: Christian Schwochow), »Die verlorene Zeit« (2010, Regie: Anna Justice) und »Zettl« (2011, Regie: Helmut Dietl). Für die Rollen in »Die Unsichtbare« und in »Zettl« bekam sie 2012 den Deutschen Schauspielerpreis. Für »Die Unsichtbare« wurde sie mit dem Deutschen  Filmpreis 2012 ausgezeichnet. 2014 kam der Film »Stiller Sommer« (Regie: Nana Neul) in die Kinos. Für ihr Emma in »Lonely Emma« (ARD, 2015, Regie: Ingo Rasper) wurde sie von den Mitgliedern der Deutschen Akademie für Fernsehen zur beste Schauspielerin 2016 gewählt. Seit 2014 ist Dagmar Manzel als Kommissarin im Franken-Tatort zu sehen.

IMDB

Kino

Große Freiheit, 2019, Regie: Wendla Nölle

Grüner wird’s nicht, 2017, Regie: Florian Gallenberger

»Stiller Sommer«, 2014, Regie: Nana Neul

»Zettl«, 2011, Regie: Helmut Dietl

»Die Unsichtbare«, 2010, Regie: Christian Schwochow

»Die verlorene Zeit (Remembrance)«, 2010, Regie: Anna Justice

»John Rabe«, 2007, Regie: Florian Gallenberger

»Frei nach Plan«, 2006, Regie: Franziska Meletzky

»Freischwimmer«, 2006, Regie: Andreas Kleinert

»Der Junge ohne Eigenschaften«, 2005, Regie: Thomas Stiller

»Vier Töchter«, 2005, Regie: Rainer Kaufmann

»Willenbrock«, 2004, Regie: Andreas Dresen

»Nachbarinnen«, 2003, Regie: Franziska Meletzky

»Hannas Ragtime«, 2000, Regie: Iva Svarzowa

»Crazy«, 1999, Regie: Hans-Christian Schmid

»Frankfurter Kreuz«, 1997, Regie: Romuald Karmakar

»Gomez – Kopf oder Zahl«, 1997, Regie: Edward Berger

»Die Apothekerin«, 1996, Regie: Rainer Kaufmann

»Die Putzfraueninsel«, 1996, Regie: Peter Timm

»Nach fünf im Urwald«, 1995, Regie: Hans Christian Schmid

»Schtonk«, 1992, Regie: Helmut Dietl

»Verfehlung«, 1991, Regie: Heiner Carow

»Tanz auf der Kippe«, 1990, Regie: Jürgen Brauer

»Coming Out«, 1990, Regie: Heiner Carow

»Magdalenenbaum«, 1989, Regie: Rainer Behrend

»Das würde dir guttun«, 1988, Regie: Jan Ruzicka

»Der Junge mit dem großen schwarzen Hund«, 1986, Regie: Hannelore Unterberg

»Der Traum vom Elch«, 1986, Regie: Siegfried Kühn

»Fronturlaub«, 1981, Regie: Bernd Böhlich

Fernsehen

BR-Tatort: »Ein Tag wie jeder andere«, 2019, Regie: Sebastian Marka

Gloria – die schönste Kuh meiner Schwester, 2018, Regie Ingo Rasper

Unterleuten, 2018, ZDF, Regie: Matti Geschoneck

BR-Tatort: »Ich töte niemand«, 2018, Regie: Max Färberböck

BR-Tatort: »Am Ende geht man nackt«, 2017, Regie: Markus Imboden

BR-Tatort: »Das Recht, sich zu sorgen«, 2016, Regie: Andreas Senn

BR-Tatort/»Der Himmel ist ein Platz auf Erden«, April 2015, Regie: Max Färberböck

»Lonly Emma«, 2015, Regie: Ingo Rasper

»Krokodil«, 2012, Regie: Urs Egger

»Mord nach Zahlen«, 2011, Regie: Torsten Näter

»Blaubeerblau«, 2010, Regie: Rainer Kaufmann

»BR-Tatort / Stille Wasser«, 2010, Regie: Torsten Näter

»Der Kriminalist: Das Vogelmädchen«, 2010, Regie: Christian Görlitz

»Hoffnung für Kummerow«, 2008, Regie: Jan Ruzicka

»Der Kriminalist: Unter Freunden«, 2007, Regie: Thorsten C. Fischer

»Mordgeständnis«, 2007, Regie: Torsten Näter

»Bloch: Die blaue Stunde«, 2006, Regie: Torsten Näter

»Als der Fremde kam«, 2005, Regie: Andreas Kleinert

»Nicht alle waren Mörder«, 2005, Regie: Jo Baier

»Die Nachrichten«, 2004, Regie: Matti Geschonnek

»Speer und Er«, 2004, Regie: Heinrich Breloer

»Leben wäre schön«, 2003, Regie: Kai Wessel

»Liebe ist die halbe Miete«, 2002, Regie: Gabi Kubach

»Bella Block: Kurschatten«, 2002, Regie: Torsten Näter

»Kelly/Bastian – Geschichte einer Hoffnung«, 2001, Regie: Andreas Kleinert

»Goebbels und Geduldig«, 2000, Regie: Kai Wessel

»Klemperer – Ein Leben in Deutschland«, 1999, Regie: Andreas Kleinert und Kai Wessel

»Der Laden«, 1997, Regie: Jo Baier

»Polizeiruf 110 – Jutta oder Die Kinder«, 1995, Regie: Bernd Böhlich

»Ein falscher Schritt«, 1994, Regie: Hermine Huntgeburth

»Heimatgeschichten«, 1994/95, Regie: Andreas Dresen

»Einer zahlt immer«, 1993, Regie: Max Färberböck

»Die Erbschaft«, 1991, Regie: Bertram von Boxberg

»Tatort: Tödliche Vergangenheit«, 1991, Regie: Marianne Lüdcke

»Der Landarzt: Späte Ankunft«, 1988, Regie: Vera Löbner

»Der Staatsanwalt: Da mach ich nicht mit«, 1988, Regie: Achim Hübner

»Erste Reihe«, 1987, Regie: Peter Vogel

»Der junge Herr Siegesmund«, 1986, Regie: Bernd Böhlich

»Der Staatsanwalt: Verblendet«, 1985, Regie: Klaus Gendries

»Polizeiruf 110: Eifersucht«, 1985, Regie: Bernd Böhlich

Stand September 2017

Operette und Liederabende

Dagmar ist eine Naturgewalt, eine Darstellerin, die ihre Nerven bloßlegt, wodurch das Publikum ihre Seele, ihre Emotionen spüren kann. Wie alle großen Schauspieler aller Zeiten, auch die bedeutenden, tragischen Darsteller, ist sie ein Clown, bei dem Freude und Traurigkeit miteinander verbunden sind, verwoben wie in einem Teppich. Man sieht bei Dagmar diesen riesigen Spieltrieb, den Witz, den Charme, die Eleganz und die Souveränität. Gleichzeitig gibt es diesen Hauch von Melancholie. Man hat es oder man hat es nicht, lernen kann man es auf keiner Schauspielschule.

Barrie Kosky, Intendant und Regisseur

Eine besondere Liebe Dagmar Manzels gilt der Musik: Nach ihrem erfolgreichen Solo-Liederabend »Ich bin ein Wesen leichter Art« brillierte sie am Deutschen Theater in der Titelpartie der Offenbach-Operette »Die Großherzogin von Gerolstein« und als Périchole in der Offenbach-Operette »La Périchole« am Berliner Ensemble. Ein weiterer Beweis Ihrer Vielseitigkeit ist der Liederabend »Irgendwo auf der Welt …«, der an die Vertreibung des Komponisten Werner Richard Heymann aus Deutschland erinnert. Im April 2013 war Dagmar Manzel mit dem Programm Teil des Themenjahrs 2013 »Zerstörte Vielfalt« des Landes Berlin. »Irgendwo auf der Welt« ist auch auf CD erschienen.

Erfolgreiche Gastspiele führen sie immer wieder ins europäische Ausland. So 2013 nach Zürich ins Theater Rigliblick mit der Lesung »Cassandra« und nach London in die Queen Elizabeth Hall, wo sie gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker das Programm »Berlin Cabaret« vorstellte. Helmut Oehring hat für Dagmar Manzel und das Ensemble Modern eine Oper komponiert, die 2016 in Wiesbaden uraufgeführt wurde: »Agota? Die Analphabetin« – nach Texten von von Ágota Kristóf.

Stand September 2017

Komische Oper Berlin

Die Partie der Mrs. Lovett in »Sweeney Todd« in der Spielzeit 2004/05 war ihre erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin. In den Spielzeiten 2006/07 sowie 2010/11 sang sie als Solistin in den Neujahrskonzerten. Ab 2008 trat sie mit großem Erfolg als Lilli Vanessi/Katharina in »Kiss me, Kate« auf und ab November 2010 verkörperte Dagmar Manzel dort die Rößl-Wirtin Josepha Vogelhuber in Sebastian Baumgartens Inszenierung »Im Weißen Rößl«. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Barrie Kosky in »Kiss me, Kate« haben beide eine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Version von »Sieben Songs/Die sieben Todsünden« von Bertold Brecht und Kurt Weill kreiert, die 2012 Premiere an der Komischen Oper Berlin hatte. Seit der Spielzeit 2013/14 ist Dagmar Manzel als Madeleine de Faublas in einer der spektakulärsten Jazz-Operetten der Weimarer Zeit am Haus in der Behrenstraße zu erleben, dem »Ball im Savoy« von Paul Abraham. 2014 hatte dort Dagmar Manzels Hommage an Friedrich Hollaender »MENSCHENsKIND« Premiere. Eine CD ist bei der Deutschen Grammophon erschienen. Seit 2014/15 teilt sie sich mit Max Hopp alle 20 Rollen der Operette »Eine Frau, die weiß, was sie will!« von Oscar Strauss. Seit Dezember 2016 steht sie dort als Cleopatra in »Die Perlen der Cleopatra« (Musikalische Leitung: Adam Benzwi, Regie: Barrie Kosky) auf der Bühne und wurde dafür im Herbst 2017 mit dem »Goldenen Vorhang« ausgezeichnet. Ab Dezember 2017 wird sie dort in der vom Hausherrn Barrie Kosky inszenierten Jubiläumsproduktion »ANATEVKA« zu sehen sein.

Komische Oper Berlin

Stand September 2017

Hörbücher / Bücher / CDs

In den letzten Jahren hat sich Dagmar Manzel auch im Bereich Hörbuch weiter profiliert. So gewann sie den Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie »beste Interpretin« für Ihre Lesung des Romans »August« von Christa Wolf. Die mit ihr produzierten Hörbücher umfassen Werke von James Joyce (»Dubliner«), Judith Schalansky (»Der Hals der Giraffe«) und Henry David Thoreau (»Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat«). Mit vielen dieser Texte ist sie europaweit immer wieder auch live zu erleben.

sehnsucht

Dagmar Manzel & Band feiern mit dieser CD die Melancholie als Lebenselixier. Weitere Informationen gibt es hier … Link

»Mein Liederbuch« Insel-Bibliothek

Das Liederbuch enthält die persönliche Auswahl Dagmar Manzels in Noten und Texten, die Namen der Komponisten und Autoren reichen von Friedrich Hollaender bis Mischa Spoliansky, von Walter Mehring bis Bertolt Brecht, ihre Protagonistinnen sind Blandine Ebinger, Lotte Werkmeister, Fritzi Massary und viele andere. Ergänzt wird das Liederbuch mit Abbildungen aus dem Cabaret Berlin der Roaring Twenties. Link

Menschenskind

Eine Autobiografie in Gesprächen mit Knut Elstermann
Das Taschenbuch ist im Aufbau Verlag erschienen. Link

»Irgendwo« Agota Kristof

Kurze Prosastücke, in denen sich Exil, Entwurzelung und Einsamkeit spiegeln. Sie handeln von der Suche nach einem verlorenen Glück, von der Hoffnung auf bessere Zeiten, von Resignation. Tiefschwarz, lakonisch und gnadenlos im Blick auf die Welt und das eigene Ich – gelesen von Dagmar Manzel. Link

Hörbuch »Requiem für Ernst Jandl«

Die Totenklage für ihren im Frühsommer 2000 verstorbenen Gefährten Ernst Jandl hat Friederike Mayröcker in dem ihr eigenen, klar artikulierten Duktus ins Mikrofon gesprochen. Diese leidenschaftliche, aber unsentimentale Hymne auf eine große Liebe hat der Komponist Lesch Schmidt mit Musik für Klavier, Geige, Kontrabass, Tuba, Flöte, Saxophon, Schlagzeug und die Stimme von Dagmar Manzel zu einem Lamento von berückender Intensität verwoben. Link

»Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat«

Henry David Thoreau veröffentlichte 1849 aus Protest gegen die amerikanische Eroberungs- und Sklavenpolitik den Essay “Civil Disobedience”. Der Text ist ein zeitlos gültiges Pamphlet – scharfzüngig und ironisch, kompromisslos in den Thesen und gleichzeitig von großer poetischer Kraft. Link

»Dubliner« James Joyce

Die 15 frühen Meistererzählungen, mit welchen James Joyce der irischen Hauptstadt einen Platz auf der literarischen Weltkarte sicherte, werden hier von sechs der prominentesten deutschen Sprechern gelesen. Die Erzählungen begleitet von einem Essay von Fritz Senn und einem ausführlichen Kommentar.Es lesen Ulrich Matthes, Christian Brückner, Dagmar Manzel, Gerd Wameling, Stefan Kaminski, Eva Mattes. Link

»August« Christa Wolf

Mottenburg nennen die Patienten ihre Lungenheilstätte, in der alle dieselbe Krankheit haben Tuberkulose. Einer von ihnen ist der achtjährige August, der seine Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen verloren hat und selbst verloren wäre, gäbe es da nicht Lilo. Lilo ist siebzehn, sie ist schön und sie wagt es, sich mit der Oberschwester anzulegen.
Christa Wolf schildert eine Kindheit voller Entbehrungen, aber auch Momente des Glücks. Die letzte, bislang unveröffentlichte und autobiographische Erzählung der Autorin knüpft an ihren Roman “Kindheitsmuster” (1976) an. Sie ist in liebender Verbundenheit ihrem Mann Gerhard Wolf gewidmet. Link

Hörbuch »Der Liebhaber« Marguerite Duras

Die Hörspiel-Inszenierung von Regisseur Kai Grehn (Deutscher Hörbuchpreis 2012) wird durch die außergewöhnlichen Stimmen von Dagmar Manzel, Paula Beer, Alexander Fehling sowie Nina Kunzendorf und die Kompositionen von Yuzhe Song zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis. Link

Hörbuch »Der Hals der Giraffe« Judith Schalansky

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet die schrullige Lehrerin seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hatte, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur. Als die Lehrerin beginnt, Gefühle für eine Schülerin zu entwickeln, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Link

»Irgendwo auf der Welt«

Dagmar Manzel singt Lieder von Werner Richard Heymann
»Sie kennen mich nicht, aber Sie haben schon viel von mir gehört« . So stellte sich Werner Richard Heymann seinem Publikum oft vor und spielte dann bekannte Melodien wie „Das gibt’s nur einmal“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“.
Erhältlich im Kulturkaufhaus Dussmann, Berlin.

»Ich bin ein Wesen leichter Art«

Dagmar Manzel singt Theaterlieder.
Erhältlich im Kulturkaufhaus Dussmann, Berlin.

Hörbuch »Nachruf auf Lebende« Christa Wolf

1971 schreibt Christa Wolf erstmals sehr persönlich über ein Thema, das sie ihr Leben lang begleitet: Die dramatische Flucht ihrer Familie aus Landsberg an der Warthe im Januar 1945. Aus der Perspektive einer Fünfzehnjährigen beschreibt sie das Trauma und bietet auch ungeschönt Einblicke in das Leben ihrer Familie: Die dominante Mutter als Mittelpunkt der Familie, die das Offensichtliche ignoriert – die beunruhigenden Nachrichten von der Front und die Flüchtlingsströme aus dem Osten. Bis zu jenem Wintermorgen, an dem plötzlich vollgestopfte Säcke im Flur stehen und auch die Mutter begreift, dass ein Bleiben unmöglich ist. Link

»Plautus im Nonnenkloster«

»Bei den Waden der Mutter Gottes» lästert das bauernschlaue Brigittchen von Trogen, »Was ist das Gewissen?«, fragt der nicht weniger durchtriebene Humanist Poggio Bracciolini.C.F. Meyers meisterhaftes »Novellchen« verbindet Wunderglauben, Betrug und Raub mit einer herzerfreuenden Liebesgeschichte und dem welthistorischen Ereignis des Konzils von Konstanz. Seinen meist düsteren Stoffen steht hier eine Geschichte voller Humor und feiner Ironie gegenüber, »kurzweilig und erbaulich, voll Witz, Pathos und Schelmerei«, wie der von der Erzählung bezauberte Herausgeber der »Deutschen Rundschau« schrieb. Link

»Prozess der Marquise von Brinvillier» »Geschichte der Marquise von Gange«

Friedrich Schiller als Autor von Krimis? Kaum zu glauben aber wahr! Schiller war von den« Berühmten Rechtsfällen» des grossen französischen Chronisten Gayot de Pitaval gleicherweise fasziniert wie erschüttert. Er veröffentlichte in der Folge eine vierbändige Auswahl dieser « gerichtlichen Fälle, die dabei noch den Vorzug der historischen Wahrheit voraus haben».Von diesem wenig bekannte Werk des grossen deutschen Dichters erscheinen hier erstmals zwei der „schröcklichsten“ Geschichten als Buch und Hörb: Der Prozess der mehrfachen Mörderin Marquise von Brinvillier und die Geschichte der vergifteten schönen, tugendhaften und reichen Marquise von Gange. Hintertreppen Geschichten? Mehr: Die Wahrheit, und nichts als die (historische) Wahrheit! Link

»MENSCHENsKIND«

Dagmar Manzel singt Friedrich Hollaender
»Diese Lieder sind mir so nah, als würden sie neben mir sitzen« , sagt Dagmar Manzel über die Musik von Friedrich Hollaender, einem der bedeutendsten Revue- und Kabarettkomponisten im Berlin der 1920er und 30er Jahre. Nicht zuletzt durch seine beiden Chansons aus dem Film Der blaue Engel mit Marlene Dietrich (Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt und Ich bin die fesche Lola) erlangte Friedrich Hollaender Weltruhm. Link

hr2 Hörbuchbestenliste

Link

Thomas Hettche Pfaueninsel

Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt …
Argon Hörbücher. Link

Marquis de Sade Die Philosophie im Boudoir

Inszenierte Lesung mit Dagmar Manzel, Lilith Stangenberg, Ulrich Noethen, Jens Harzer. Link

Esther Kinsky: OpOs Reise

Mit dem Einsetzen der Herbststürme brechen die Pilotwale jedes Jahr von Schottland in Richtung Süden auf. Dem engen Verband der Wale, die füreinander sorgen, gehört auch der alte und weise OpO an, der viele Jahre allein durch die Meere geschwommen ist – erzählt von Dagmar Manzel. Musik von Max Nagl. Link

Sacha Batthyany: Und was hat das mit mir zu tun?

»… ein großartiges Essay über die Gegenwart der Vergangenheit.« Der Spiegel – als Hörbuch mit Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel, Corinna Kirchhoff. Link

Sabina van der Linden-Wolanski: Drang nach Leben. Erinnerungen einer Holocaust-Überlebenden

»Van der Linden-Wolanski … nimmt kein Blatt vor den Mund. Dagmar Manzel liest die Erinnerungen behutsam, teilweise mit brüchiger Stimme, aber nie pathetisch.« taz. Link

Stand September 2017

Preise und Auszeichnungen

2018 Deutsche Akademie für Fernsehen, Preis für die Hauptrolle »Besuch für Emma«

2017 Beste Schauspielerin, Goldener Vorhang, Berliner Theaterclub

2017 Paula Preis

2016 Beste Schauspielerin, Deutsche Akademie für Fernsehen

2016 Iffland Medaille des Berliner Theaterclubs

2016 Nominierungen für »Besuch für Emma« beim Hessischen Filmpreis, der Goldenen Kamera und der Deutschen Akademie für Fernsehen

2014 DER FAUST als beste Schauspielrin für ihre Rolle in »Gift« am Deutschen Theater, Berlin

2013 Deutscher Hörbuchpreis für »August« – Kategorie Beste Interpretin

2013 Nominierung Adolf-Grimme-Preis für »Blaubeerblau«

2013 Ehrenpreis des Berliner Theaterviertels East End

2013 Publikumspreis der Theater Gemeinde Berlin für »Ball im Savoy«

2012 Deutscher Filmpreis für »Die Unsichtbare« – Kategorie Weibliche Nebenrolle

2012 Deutscher Schauspielerpreis für »Zettl« und »Die Unsichtbare« – Kategorie Weibliche Nebenrolle

2008 Publikumspreis der Theater Gemeinde Berlin für »Kiss me, Kate«

2009 BZ-Kulturpreis

2007 Beste Darstellerinnen (Ensemble) Shanghai International Film Festival für »Frei nach Plan«

2006 Deutscher Fernsehpreis für »Die Nachrichten« und »Als der Fremde kam« – Kategorie Beste Darstellerin

2004 Adolf-Grimme-Preis und Bayerischer Fernsehpreis für »Leben wäre schön«

2004 Bayerischer Fernsehpreis für »Leben wäre schön«

2002 Schauspielerin des Jahres für »Traum im Herbst«

2000 Deutscher Fernsehpreis für »Klemperer« – Kategorie Beste Darstellerin

1999 Adolf-Grimme-Preis in Gold für »Der Laden«

1995 Kritikerpreis der Berliner Zeitung für Kriemhilds Rache